Im März 1993 ergriffen Bürger die Initiative zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins, des Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum e. V. Dieser stellte sich das Ziel, die Geschichte von Sassnitz als Stadt der Fischerei und Fischverarbeitung, des Fährschiffs- und Bäderschiffsverkehrs und der Seetouristik darzustellen.
Das Museum eröffnete seine Ausstellung im Mai 1996 und ist seitdem ständig erweitert und gestalterisch bearbeitet worden. Wichtigstes Exponat
des Museums ist das Museumsschiff "HAVEL", das gegenüber dem Museum seinen Liegeplatz hat. Das Schiff ist der letzte 26m - Kutter,
der originalgetreu restauriert erhalten wurde. Es gehörte zu einer Serie von 50 Kuttern, die bis 1990 im ehemaligen VEB Fischkombinat Sassnitz zum Einsatz kamen. Hier werden die Besucher bei einer Führung mit den Arbeits und Lebensbedingungen der Fischer an Bord vertraut geamcht und über die Brücke, in die Kammern, kombüse und den Maschinenraum geführt. 
Schwerpunkte des Museums sind:
- Entwicklung der regionalen Fischerei der letzten 150 Jahre.
- Arbeits- und Fischereigeräte, die damals und teilweise auch heute noch Anwendung finden. Auch Fischereiberechtigungen von 1890, ausgestellt von der fürstlichen Kanzlei zu Putbus und vom Königlichen Fischmeister zu Stralsund sind zu sehen.
- Der Übergang zur genossenschaftlichen Fischerei in Sassnitz von 1928 bis zur Gegenwart.
Die gezeigte Vereinsfahne erinnert an die Gründung des Fischereivereins von 1936.
In diesem Verein pflegten die Mitglieder die Traditionen ihres Berufsstandes, gingen gemeinsamen Freizeitinteressen nach und organisierten u.a. die jährlichen Fischerfeste und Kutterkorsofahrten.
Zahlreiche Arbeitsgeräte. von früheren seemännischen Hilfsmitteln (z. B. Handlot) bis zu den heute benutzten elektronischen Geräten, sind vorhanden Den Beginn der industriellen Fischerei ab 1949
auf der Grundlage des 1946 erteilten Befehls Nr. 11 der sowjetischen Besatzungsmacht und dem Beschluß der Landesregierung Mecklenburg 1948.
Teile des ehemaligen Traditionskabinetts des VEB Fischfang Sassnitz wurden dem Museum zur Verfügung gestellt.. Hier wird die Geschichte dieses Betriebes nachvollzogen. Bis zu 180 Fischereifahrzeuge waren zeitweise bis 1990 vorwiegend ind Ost- und Nordsee und auc weltweit im Einsatz.
Ein großes Modell des Fischereihafens und viele andere Exponate helfen dabei, sich das Leben im Hafen, auf See und in der Fischwirtschaft vorzustellen.
Die Geschichte von Sassnitz und seine Entwicklung zum Bade- und Erholungsort wird dargestellt. Nicht unerwähnt bleibt die historisch wertvolle Altstadt mit seiner Bäderarchitektur. Seebäderverkehr und Tourismus spielen schon frühzeitig eine wichtige Rolle. Bereits seit 1878 existierte eine Schiffslinie zwischen Stettin über Sassnitz bis Kopenhagen. In Sassnitz war die Dampfschiffsgesellschaft ansässig, die Schiffslinien um Rügen und zwischen den Seebädern Rügens betrieb.
Eine Seenotstation gibt es in Sassnitz seit 1873. Die Geschichte des Seenotrettungswesens in Sassnitz wird anhand von Fotos und Schriften dargestellt.
Ein weiterer Komplex zeigt den Aufbau des Schutzhafens Sassnitz von 1889 bis 1912. Durch die mehrfache Erweiterung entstand die längste Außenmole Europas mit ca. 1.450 m Länge. Exponate aus dieser Zeit veranschaulichen deren Bau.
Die Entwicklung der Postdampferlinie und die sich bis zum Jahr 1909 daraus entwickelnde Eisenbahnfährverbindung zwischen Sassnitz und Trelleborg (Schweden)wird anschaulich dargestellt. Gezeigt wird, wie sich die Fährschiffsgenerationen veränderten und wo einige Fähren verblieben sind.
>Seit Anfang 1998 wird der neue Fährhafen Sassnitz/Mukran für die Traditionslinie (Königslinie) genutzt. Sein Entstehens ist unter anderem an einem großen Hafenmodell gut nachvollziehbar. Die Geschichte des Zollamtes Sassnitz ist eng mit dem Beginn des grenzüberschreitenden Verkehrs verbunden.
Im Mai 1897 wurde das Königliche Nebenzollamt I. Klasse in Sassnitz errichtet. Der Sassnitzer Hafen war und ist aufgrund seiner
günstigen geographischen Lage immer wieder Anlaufpunkt für die Schiffe der
Marine.
Von der Kaiserlichen Flotte (Seiner Majestät Schiffe - SMS), den Schiffen des Deutschen Reiches, den Einheiten der DDR und jetzt der Deutschen Marine wurde und wird der Sassnitzer Hafen aufgesucht.
Von 1936 bis 1990 war Sassnitz Marinestandort.Der Küstenfunkstelle "Rügen - Radio", die von 1931 bis 1997 den Funkverkehr zu den Schiffen auf allen Weltmeeren sicherstellte, ist ein weiterer Ausstellungsteil vorbehalten. Weitere maritime Sammlungen, wie Schiffsmodelle, Fossilien, eine Sammlung von Ersttagsbriefen und -karten zur Entwicklung der "Königslinie" sowie viele maritime Einzelexponate vervollständigen die Ausstellung.
Mehrmals jährlich finden in den Räumen des Museums Sonderausstellungen statt, die die Tätigkeit des Museums berühren oder ergänzen.
Einer Fischertradition folgend, werden in den Herbst-, Winter- und Frühjahrsmonaten "Sturmgespräche" in den Räumen des Museums durchgeführt
|